Kriegsereignisse in Dringenberg

1389
Fehde und Faustrecht prägten die damalige Zeit. Skrupellose Räuberbanden und marodierende Soldateska verunsicherten die Bevölkerung der meist unbefestigten Dörfer. In dieser Zeit gründete Bernhard V. zur Lippe Dringenberg. Er ließ eine wehrhafte Burg erbauen und umgab das Städtchen mit einer trutzigen Stadtmauer, so dass die Menschen im Ort in relativer Sicherheit dem Tagesgeschehen nachgehen konnten.

1389
Unter Friedrich von Padberg schließen sich 28 Ritter zum Bengeler Bund zusammen. Seine Truppen verwüsten das Paderborner Land. Um weitere Untaten zu verhindern, ernennt ihn der Fürstbischof zum Oberhauptmann und Schirmherr des Fürstbistums. Außerdem erhält er die Burg Dringenberg als Pfand 1391
Fürstbischof Ruprecht schlägt den Raubritter Friedrich von Padberg und befreit damit das Paderborner Land von dessen Knechtschaft.

1590
Zur Abwendung eines Überfalls der Niederländer wird eine Schatzung verordnet, der sich auch die Geistlichkeit unterwerfen muss.

1618-1648
Der Dreißigjährige Krieg wütet in Deutschland. Die Stadt wird so hart getroffen, dass die Menschen am Kriegsende befürchten, den Bettelstab nehmen zu müssen oder in ein anderes Land auszuwandern.

1622
Der „Tolle Christian“ (Christian von Braunschweig) wütet im Fürstbistum Paderborn und sucht auch die Burg in Dringenberg heim.

1631
Der hessische Major Joachim Stoltze droht, die Stadt zu plündern. 200 Taler muss die Bevölkerung zahlen. Die Bürger Lubbert Westhoff und Gottschalk Meyer werden von Leutnant Zimmermann als Geisel genommen und müssen in Höxter für 200 Taler ausgelöst werden. Um die Besetzung des Ortes durch Oberstleutnant Anton Tenelli abzuwenden, sind 100 Taler aufzubringen.

1632
Die Schweden unter General Baudissin lagern im August in Dringenberg, um dann später nach Paderborn zu marschieren.

1634
Dringenberg ist von hessischen Soldaten besetzt. Diese schließen sich der 1.000 Mann starken kaiserlichen Truppe an und ziehen nach Höxter, wo schwedische Truppen lagern. Diese werden vernichtend geschlagen.

1638/1639
In beiden Jahren lagern zeitweise kaiserliche Truppen in Dringenberg.

1641/1642
In der Burg haben 54 Mann Paderborner Soldaten ihr Quartier.

1642
Die Stadt muss an kaiserliche und hessische Truppen 1.386 Taler als Contribution zahlen.

1644
An hessische Truppen sind 528 Taler zu entrichten.
Insgesamt sind von 1638 bis 1642 – 11.369 Taler an Kriegsheere zu zahlen.

1646
Kaiserliche Truppen logieren in Dringenberg. Deren Oberst Sierstorff muss die Stadt im Januar und Februar insgesamt 72 Taler zahlen. Bei Anmarsch der schwedischen Truppen verlassen die Kaiserlichen Dringenberg.Bis März liegen kaiserliche Truppen in Dringenberg. Sie ziehen ab, als sich die Schweden unter Generalmajor Duclas dem Ort nähern. Die Bevölkerung versucht, durch das öffnen der ‚niederen Pforte’ (Stadttor) von der Zerstörung verschont zu bleiben. Dies geschieht, woraufhin die Schweden die Burg belagern. Nach 12 Tagen Belagerung ergibt sich Kapitänleutnant Töllen. Am Fronleichnamsfest stecken die Schweden die Burg in Brand und ziehen nach Paderborn weiter.

1647
Der braunschweig-wolfenbüttelsche Generalstab nimmt in Dringenberg Quartier. Beim Aufbruch wird er mit dem Nötigsten versehen.

1648
Auf Befehl des Generalfeldmarschalls Wrangel wird u.a. die Stadt Dringenberg aufgefordert, die vier Regimenter des badischen Markgrafen Carolus Magnus, der Obristen Polley und Planitz, samt einer Eskadron Dragoner mit Lebensmitteln zu versorgen. Als das Geld mit Mühe zusammengebracht und abgeschickt ist, sind trotzdem zwei Regimenter des schwedischen General Königsmark, 6.000 Mann stark, in die Stadt einmarschiert und haben dort fünf Tage und sechs Nächte logiert. Die Stadt wird zerstört, den Menschen Kleidung und Hausrat abgenommen, die Kirche beraubt, den Bewohnern die letzten Lebensmittel weggenommen, Pferde und Kühe mitgenommen, so dass den Menschen keine Lebensgrundlage mehr bleibt.

nach dem Krieg
Die Stadt ist so ruiniert, dass von den 1300 Morgen Saatland nur noch 343 unter dem Pflug sind. Die Zahl der Pferde hat sich von 103 auf 25 verringert, die Kühe von rd. 300 auf 39. Nach dem Krieg zählt die Bevölkerung noch 269 Köpfe, Kinder unter 10 Jahren nicht mitgerechnet. Es leben in Dringenberg: 92 Männer, 132 Frauen und 45 Kinder über zehn Jahre.

1679
In die Stadt werden unter Conrad von Haxthausen fürstbischöfliche Soldaten einquartiert.

1683-1699
Dringenberg hat auch unter dem Türkenkrieg von 1683 bis 1699 zu leiden.

1690
Die Stadt leistet viele Fuhren für die Kriegsvölker.

1691
Braunschweigische Soldaten sind in Dringenberg einquartiert.

1717
Im Winter 1717/1718 ist ein preußisch-anhaltinisches Regiment einquartiert.

1736
Am 12. März liegen in Dringenberg hannoverische Truppen, auch paderbornische Soldaten waren hier.

1756-1763
Infolge des siebenjährigen Krieges (1756-1763) sind in Dringenberg die Kriegslasten groß.

1756
Am 5. und 9. April sind hessische Truppen hier durchgekommen, sie ziehen nach Merlsheim und Bergheim weiter.

1757
Es sind in diesem Jahr einquartiert gewesen: paderbornische, französische, hannoverische, kurpfälzer Truppen. Die Fuhren für die Soldaten kosten die Stadt 505 Taler. Allein die französischen, die am längsten hier bleiben, kosteten 187 Taler.

1758
Am 22. März kommen 600 französische Dragoner von Gehrden nach Dringenberg. Sie haben den Befehl, sich über den Rhein zurückzuziehen.

1761
Prinz Xavier von Sachsen als Führer der Alliierten nimmt am 30. Juni sein Hauptquartier in Dringenberg. Er zieht später nach Brakel und Pömbsen weiter.Am 29. Juli zieht ein Teil des französischen Heeres durch die Gegend von Altenheerse, Dringenberg und Schmechten. Die Gärten wurden geplündert, so dass für die arme Bevölkerung kaum etwas übrig bleibt

1801
Nach den Napoleonischen Kriegen wird am 9. Februar 1801 der Friede von Luneville geschlossen und damit ist das linke Rheinufer an Frankreich abgetreten.

1802
Am 3. August 1802 rückt das preußische Regiment „Kurhessen“ in Paderborn ein. Am folgenden Tag ziehen von diesen Truppen 50 Mann nach Dringenberg und nehmen dort Quartier.

1870-1871
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 fallen aus Dringenberg: Gefr. Kaspar Gründer, Musk. Wilhelm Bense, Franz Falke, Eduard Mangel. Der Kriegerverein errichtet im Jahre 1907 zu Ehren der Gefallenen eine Siegessäule aus rotem Sandstein (s. Abbildung).

1914-1918
In den Protokollbüchern der Gemeinde Dringenberg findet sich nicht ein Hinweis auf den ersten Weltkrieg 1914-1918. Es fielen aus Dringenberg und Siebenstern 32 Soldaten.

1939-1945
Der zweite Weltkrieg wird in den Protokollbüchern der Gemeinde Dringenberg nicht an einer Stelle erwähnt. Es verloren 53 junge Männer aus Dringenberg ihr Leben an den verschiedenen Kriegsfronten. Ein junges Mädchen kam beim Beschuss im Jahre 1945 um.

In dem Buch: „Der Kreis Warburg in jenen Tagen“ wird über das Kriegsende u.a. auch in Dringenberg berichtet. Ereignisse während des Krieges sind bisher nicht aufgezeichnet.


Literatur:

        1637 – Das erste Protokollbuch der Stadt Dringenberg

        1874 – Die Anfänge der Burg und Stadt Dringenberg, Wilh. Engelbert Giefers

        um 1900 – Chronik der Stadt Dringenberg, Pfarrer Heinrich Anholt

        1980 – Dringenberger Heimatbuch, Diether Pöppel